Geistige Fitness

Wussten Sie schon?

Geistige Herausforderungen

Je älter wir sind, desto mehr sollten wir körperlich und geistig aktiv werden. Oft passiert jedoch das Gegenteil und sowohl die körperlichen, als auch die geistigen Herausforderungen werden mit dem Alter weniger. Durch den Umgang mit Kindern kann dieser Tendenz einfach entgegengewirkt werden. Wer viel Zeit mit seinen Enkeln verbringt ist nicht nur körperlich aktiver, sondern setzt sich häufig auch mit Themen auseinander, mit denen er sonst vielleicht gar nicht in Berührung gekommen wäre, und lernt Neues dazu. Die Kompetenzen, die ein Mensch im Laufe seines Lebens erworben hat, können hier zum Einsatz kommen und durch regelmäßige Anwendung erhalten bleiben bzw. gestärkt werden.

Leistungsvermögen stärken

Gemeinsames Spielen oder gegenseitiges Vorlesen hat oft einen festen Platz im Alltag von Großeltern mit ihren Enkelkindern. Beim Spielen werden vor allem Merkfähigkeit und Konzentration gefordert und zugleich gefördert. Das hält nicht nur den Kopf von Oma und Opa fit, sondern trainiert auch das Gehirn von den Kleinsten. Vorlesen schult das Gehirn und trainiert die Vorstellungskraft. Zudem wird durch gegenseitiges Geschichten erzählen das geistige Leistungsvermögen gestärkt. Für Kinder und Großeltern bietet das Vorlesen eine gegenseitige Beschäftigung, die beiden sehr gut tut: Durch das Vorlesen wird die natürliche Sprachentwicklung von Kindern auf bestmögliche Art gefördert und auch der Vorleser selbst profitiert von einem positiven Effekt. Aber natürlich können auch Enkel ihren Großeltern vorlesen.

Geistig fit durch Bewegung

Bewegung in all ihren verschiedensten Formen fördert einen aktiven Lebensstil und nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige Fitness. Durch körperliche Bewegung wird die Entwicklung und Vernetzung von Nervenzellen angeregt und dadurch das Gehirn bei Bewegung optimal durchblutet. Bewegung erleichtert also das Denken und Lernen – in der Kindheit wie im Alter. Gemeinsame sportliche Interessen stärken außerdem die Bindung von Großeltern und Enkeln. Zusammen ist es leichter, sich „aufzuraffen“ und aktiv zu werden.

Prof. Dr. Dr. Manfred SpitzerProf. Dr. Dr. Manfred Spitzer (Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie,  ZNL TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen, Ulm) über geistige Fitness.


Wie Erwachsene denken III

by Manfred Spitzer/Norbert Herschkowitz | Lebenslanges Lernen: 60+ Jahre, Galila Hörbücher